App Stores und Web 2.0 halten Einzug ins Auto
Zuerst kam Apple mit dem App Store, danach die restlichen Hersteller von mobilen Betriebssystemen. App Stores sind in aller Munde, jetzt sollen diese auch für das Auto kommen. Kleine Programme, die per Internet geladen werden, installieren sich im Auto und können am Amaturenbrett bedient werden.
Ford will diese Technik in den nächsten 12 bis 18 Monaten mit Facebook und Twitter Zugriff verwirklichen. Zusätzlich verbauen sie schon seit geraumer Zeit Microsoft Plattformen in manche Modelle, eine Million Fahrzeuge wurden damit bereits verkauft.
Auch Fiat und Kia Motors setzen in Europa die Microsoft Plattform für einige Modelle ein. Durch die Verschmelzung von bereits vorhandener Technik mit mobilen Lösungen werden mobile Navigationssysteme noch mehr Bedeutung bekommen, da die mobilen Geräte einfach an die Autotechnik angeschlossen werden. Das meint zumindest Robbie Bach, Microsoft Entertainmentchef. Mit der mobilen Technik im Auto werden auch mobile Musikdienste bzw. Internetradios folgen.
Continental geht beim Bau einer Auto-Entertainment- und Internet-Software-Plattform einen anderen Weg und setzt auf Android von Google. Erste Versionen des AutoLinQ genannten Produkts sollen frühestens 2013 im Amaturenbrett diverser Autos bemerkbar sein. Entwickler sollen aber bereits im ersten Quartal 2010 Entwicklerwerkzeuge zur Verfügung gestellt bekommen, der App Store soll bis Ende 2010 eröffnet werden.
Zur Begründung warum Android gewählt wurde meint Kieran O’Sullivan (Continental Vizechef der Sparte Infotainment & Connectivity in den USA), es wäre bei diesem Betriebssystem einfacher eine große und erfahrene Entwicklergemeinschaft zu finden. Es werde bei dem App Store aber auch einen Prüfmechanismus geben, somit wird es nicht jede App ins Auto schaffen. Der Sicherheitsaspekt steht beim AutoLinQ-System an erster Stelle.
Audi wird ab 2011 den Audi A8 als erstes Auto mit dem Google Dienst Google Earth ausstatten. Der Dienst soll dann auch die Navigation übernehmen und wird dafür mit einem leistungsstarken Grafikprozessor von Nvidia bestückt. 2012 folgt die Lösung auch für die Marken Volkswagen, Bentley, Lamborghini, Seat und Skoda.
Wie man sich vorstellen kann wird die Technik im Auto somit noch komplexer und fehleranfälliger als diese bei manchen Autos schon jetzt ist. Pannendienste und Werkstätten dürfen sich schon jetzt auf mehr Einsätze freuen, wenn vielleicht der Facebook oder Twitter-Client im Auto abgestürzt ist oder zuviel Strom verbraucht hat.